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Sólo Habanos.

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DIE GESCHICHTE DER MARKE H. UPMANN

Über die Geschichte der kubanischen Zigarrenmarke H. Upmann sind verschiedene Versionen im Umlauf. In einer Version handelt es sich beim Gründer um einen deutschen Bankier, der in Havanna eine Bank gründete und dann Zigarren für seine Kunden produzierte, die schnell so beliebt wurden, dass die Zigarrenproduktion erfolgreicher wurde als die Bank. In einer weiteren Version ist von einer gleichnamigen Bank in der City of London die Rede, die eine Niederlassung in Havanna eröffnete, von der aus die Direktion der Bank mit Zigarren versorgt wurde, welche dann in Boxen verpackt wurden, die mit dem Namen der Bank versehen waren. Nach kurzer Zeit seien diese Zigarren so beliebt gewesen, dass 1844 die Zigarrenmarke registriert wurde (Quelle dieser Version ist ein gebundener Upmann-Katalog von Hunters & Frankau aus dem Jahr 1984).

 

Sehr sorgfältig recherchiert wurde die Geschichte der Marke von Min Ron Nee für seine "Illustrierte Enzyklopädie der postrevolutionären Havanna-Cigarren". Demnach wanderte die Hupmann-Familie von England nach Kuba aus. Dort wurde der Name in H. Upmann geändert, wobei das H. für Hermanos (=spanisch Brüder) oder Hermann stand. Als Quelle für den Namen Hupmann wird der kubanische Cigarrenkistoriker Miguel la Rosa genannt. Bestätigt wurde diese Version von Adriano Martinez, der als Berater für die Enzyklopädie fungierte und Verfasser eines Standardwerkes über die Geschichte der kubanischen Zigarrenfabriken ist.

Den wenigsten Zigarrenliebhabern ist bekannt, dass in Deutschland eine Zigarrenmarke namens H. Upmann & Co. Bremen existiert, welche 1848 gegründet wurde – und zwar von eben dem Hermann Dietrich Upmann, der 1844 die H. Upmann-Zigarrenfabrik in Havanna gründete. 

Heinrich Dietrich Carl Upmann, der derzeitige Inhaber der Firma H. Upmann & Co. Bremen, ist ein direkter Nachfahre von Hermann Dietrich Upmann. Er hat die Familiengeschichte recherchiert und auf seiner Homepage veröffentlicht. Demnach wanderte Hermann Dietrich Upmann nach Amerika aus und erlernte 1839 auf Kuba das Handwerk des Zigarrenmachers. 1844 gründete er dort die Zigarrenfabrik H. Upmann.

Link zu einem Filmbeitrag der Sendung buten un binnen über die Firma H. Upmann & Co. Bremen.

HAVANNA-BLOG VON JAMES SUCKLING

James Suckling, ehemaliger Redakteur für den Bereich Habano der US-Zeitscjrift Cigar Aficionado, hat ein sehr interessantes, neues Blog gestartet: Havana Insider. Man findet dort sehr interessante Artikel und Videos rund um die Themen Havanna und Habanos. Das sehr sehenswerte Video Cigars: The Heart and Soul of Cuba, welches bisher nur käuflich zu erwerben war, kann von der Seite gestreamt werden.

Nochmal Umbettung

Irgendwie sind die Tageshumidore leer. Daher wanderte heute ein weiterer Kisteninhalt von Aging-Schrank in einen Tischhumidor.

Umbettung

Heute wurde der Inhalt einer Kiste Bolivar Corona Gigantes aus dem Schrank für Langzeitlagerung in einen der Tageshumidore umgebettet. Es handelt sich um ein 50er Cabinet. Diese Verpackungsvariante wird für diese Zigarren – wie leider für viele anderen – nicht mehr hergestellt. Der Trend geht zu Kleinstmengenverpackungen, was ich sehr bedauere.

Eine weitere Besonderheit bei dieser Kiste ist, dass sie anläßlich des fünfunddreißigjährigen Jubiläums von Portmann Tabak herausgegeben und mit einem speziellen Zigarrenring versehen wurden.

Cuba Mai 2015

Nachdem mein letzter Cuba-Aufenthalt bereits acht Jahre zurückliegt, war es mal wieder Zeit, der Insel einen Besuch abzustatten. 2007 war ich mit meinem Freund Nino und der Portmann Gruppe zum Habanos-Festival dort, in diesem Jahr mit meiner Frau. Ihr letzter Cuba-Aufenthalt liegt sogar schon 15 oder 16 Jahre zurück.

Am 29.4.2015 ging es um 12:00 Uhr ab Hamburg (LH) über Frankfurt (Condor) nach Habana. Ankunft um 20.20 Uhr Ortszeit. Den Taxitransfer hatten wir zusammen mit dem Hotel über ein Reisebüro gebucht. Kurz vor unserer Ankunft war Habana von Gewittern mit sehr starken Regengüssen heimgesucht worden, was zur Folge hatte, dass fast sämtliche Zufahrtsstraßen zu unserem Hotel wegen Hochwasser gesperrt waren. Nach einigem hin und her gelang es endlich, das Hotel anzufahren. Dadurch waren wir erst um 21:45 Uhr im Palacio San Felipe y Santiago de Bejucal, einem sehr schönen 4-Sterne-Hotel an der Plaza de San Francicso. Noch ein Bier an der Hotelbar und dann ins Bett.

Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück erst einmal zum Geldautomaten. Um 10:00 Uhr öffnet die Casa im Hotel Conde de Villanueva, was in unmittelbarer Nähe unseres Hotels liegt und zur gleichen Hotelgruppe gehört. Also erst mal bei Reynaldo drei Zigarren (Gan Piramide) zu 7 CUC das Stück gekauft. Die erste wird sofort im Hof geraucht dazu gibt’s die ersten Mojitos. Wir sind ja schließlich nicht zum Spaß hier. Leider ist der Stumpen sehr harsch und bitter. Ich habe schon deutlich bessere Zigarren von Reynaldo geraucht. Also kaufe ich noch ein 5er Pack Montecristo Nr. 3 als erste Notversorgung.

Während unseres ersten ausgedehnten Standtrundgangs steht auch die Casa del Habano in der Partagas-Fabrik auf dem Programm. Die Fabrik ist geschlossen und wird angeblich zu einem Museum umgebaut. In der Casa gehe ich in den Walk-In Humidor, der sich im VIP-Raum befindet. Er enthält eine ordentliche Auswahl, aber zahlreiche Formate fehlen. Das ist übrigens in allen Casas der Fall. Wenn man was bestimmtes sucht, muss man also mehrere Läden aufsuchen. Ich bin in erster Linie auf der Suche nach limitierten Sonderhumidoren (mit Inhalt). In der Partagas-Casa sind keine erhältlich. Entweder sind die im Humidor gestapelten Umverpackungen leer oder der Inhalt ist verkauft/reserviert.

In diesem Zusammenhang ein kleiner Exkurs hinsichtlich des Zigarrenkaufs in Cuba. Die Preise in den offiziellen Läden sind über die Jahre stark gestiegen. Derzeit liegen sie (verstärkt durch den schwachen Euro) nur noch 15-20% unter den hiesigen Verkaufspreisen. Ich war auf der Suche nach Sonderhumidoren, die vor nicht allzu langer Zeit deutlich günstiger waren als bei uns. Um es vorwegzunehmen: Ich habe keine gefunden. Auch 50er Cabinet-Kisten waren kaum vorhanden. Vor allem kaum Prominentes. Die gab es nur in 25er und 10er Kisten, welche mich nicht so interessieren. Fälschungen werden einem natürlich permanent angeboten – vor allem, wenn man wie ich ständig mit einem Stumpen im Mund rumläuft. Da auch noch Vinales auf dem Programm stand, hatte ich von vornherein geplant, Zigarren direkt auf den Fincas zu kaufen, wenn die Suche nach Sonderhumidoren erfolglos ist.

Auf Cuba habe ich täglich zwischen 3 (selten) und 6 (öfter) Zigarren geraucht. Die erste nach dem Frühstück und die letzte kurz vor dem Schlafengehen. Man darf fast überall rauchen. Zwar gibt es einige Restaurants, wo das Rauchen innerhalb der Räume verboten ist, aber meistens ist das Rauchen von Zigarren erlaubt. Herrlich! Verglichen mit Deutschland paradiesische Zustände.

Mittags gingen wir ins Dona Blanquita, einem privaten Restaurant auf dem Paseo de Marti (Prado). Nach kurzer Wartezeit bei einem Bier konnten wir zwei Plätze auf dem schönen Balkon ergattern. Super Service, toller Ausblick und sehr leckeres Essen. Was will man mehr?

Zum Abendessen begaben wir uns ins Cafe del Oriente an der Plaza de San Francisco direkt gegenüber unserem Hotel. Es handelt sich um einen sehr noblen Fresstempel mit erstklassigem Service, köstlichem Essen und einer für cubanische Verhältnisse erstaunlich umfangreichen Weinkarte. Sehr empfehlenswertes Restaurant!

Am 1.5. holt uns J. vom Hotel ab und wir fahren in den Club Habana. J. ist der Fahrer von Nino während seiner häufigen Aufenthalte auf Cuba und Nino hatte bereits im Vorfeld von Deutschland aus arrangiert, dass J. uns fährt. Aufgrund mangelhafter Ortskenntnis, sehr schlechter Straßen und noch schlechterer Beschilderung haben wir keine Lust, selbst zu fahren. Außerdem kennt J. durch Nino sämtliche Locations, die für einen Zigarrenliebhaber von Interesse sind. Ein kleiner Tipp: Ich hatte mir in Deutschland eine App mit Offline-Karten fürs iPhone namens Galileo inkl. des Kartenmaterials für Cuba heruntergeladen. Die Navigation mit der App hat auch ohne Internetanbindung sehr gut funktioniert und die Karten sind sehr aktuell (einschl. Restaurants, Hotels etc.).

Abends möchten wir im Santys essen, einem absoluten Geheimtipp, von dem wir natürlich durch Nino erfahren haben. Daher fahren wir auf dem Rückweg vom Club Habana dort vorbei, um eine Reservierung vorzunehmen. Ohne Ortskenntnis ist das Restaurant wirklich praktisch nicht zu finden. Nino hat nicht übertrieben. Wir fahren auf einen Hinterhof, der mich an eine illegale Werkstatt für geklaute Autos erinnert. Ich warte auf die Bulldogge an der langen Leine, die zweifellos gleich um die Ecke kommen muss. J. zeigt auf einen schmalen Gang zwischen zwei Bretterhütten. Da geht’s lang. Am Ende des Ganges eine Tür. Geht man durch die Tür, kommt man auf eine schöne hölzerne Terasse über einem Fluss. An einem Steg sind Boote und eine Motoryacht befestigt. Unglaublich. Wir reservieren einen Tisch für Abends.

Auf dem Rückweg kurzer Stop im Hotel Nacional. Wir machen einen kurzen Rundgang, weil Martina das Hotel noch nicht kennt und ich schaue natürlich in der Casa vorbei. Es gibt nichts Besonderes. Also kaufe ich nur eine 10er Kiste Montecristo Nr. 1 zum sofortigen Verbrauch.

Auf dem Büchermarkt auf der Plaza de Armas frage ich nach alten Habanos-Katalogen. Sofort wetzen die Verkäufer zu Ständen auf dem gesamten Markt und bringen alle möglichen Bücher über Zigarrenthemen mit. Auch Sammelalben mit Anillas. Selbst die Bibel von Min Ron Nee ist dabei. Aber leider nichts interessantes, was ich nicht schon besitze.

Antiquarische Bücher und vermeintliche Antiquitäten sind auf Cuba übrigens verhältnismäßig teuer. Ich beschreibe genau, was ich suche und teile verschiedenen Händlern mit, dass ich noch einige Tage in der Stadt bin und noch mal wiederkomme. Ich werde aber nicht fündig. Alte Habanos-Kataloge sind wohl auch auf Cuba sehr selten.

Nachmittags trinken wir auf der Plaza Vieja sehr gutes hausgemachtes Bier in der Factoria. Anschließend im Museo del Chocolade in unmittelbarer Nähe unseres Hotels noch ein Glas kalten Kakao. Auch sehr gut.

Abends dann im Santys die zweite Überraschung. Wir hatten zwar ein gutes Fischrestaurant erwartet, aber das Gebotene übertraf unsere Erwartungen bei Weitem. Zunächst wunderten wir uns schon über die Essstäbchen, die zusätzlich zum Besteck eingedeckt waren. Die Aufzählung der erhältlichen Speisen brachte die Erklärung: Hier gibt es u. a. Sashimi und Sushi. Beides bestellten wir und außerdem gegrillten Pulpo. Ich habe nirgends besseres Sashimi gegessen! Anschließend probierten wir noch die Empfehlung der Kellnerin: Marinierten Thunfischsalat (roh). Zum Niederknien. Inklusive Bier und Kaffee 51,- CUC. Ein wirklich lohnenswerter Geheimtipp. Danke Nino!

Am 2. Mai war mein 60. Geburtstag. Martina hatte mir eine Stadtrundfahrt in einem Oldtimer-Cabrio geschenkt. Um 10 Uhr wurden wir vom Hotel abgeholt. Rotes Ford Cabrio Baujahr 1952! Das Wetter war leicht bewölkt, was sich für uns Bleichgesichter zu diesem Zweck als ideal herausstellte, denn bei blauem Himmel wären wir gegrillt worden. Da wir schon öfter in Habana waren, ließen wir uns durch weniger bekannte Gegenden kutschieren.

Am Nachmittag kaufe ich mir in einem Geschäft, das auf cubanische Bekleidung spezialisiert ist, 2 Guayabera mit kurzem und eins mit langem Arm. Somit bin ich auf Cuba auch passend gekleidet. Martina kauft sich ein elegantes weißes Leinenkleid.

Anschließend hängen wir im Hof des Conde de Villanueva ab bei Bier und einem Teller mit Käse und Serrano (sehr empfehlenswert). Für letzteres interessieren sich auch die Pfauen sehr.

Den Abend starten wir auf der Dachterrasse des Hotels Ambos Mundos. Hier hat man bei Longdrinks einen schönen Blick über Habana Vieja. Zum anschließenden Abendessen gehen wir ins Dona Eutima. Es liegt in einer kleinen Sackgasse voller Restaurants, die vom Plaza de la Catedral abgeht. Sehr gutes cubanisches Essen. Für die Qualität sehr preiswert. Eine Reservierung ist erforderlich.

Abends komme ich an der Bar unseres Hotels mit einem der Köche ins Gespräch, der mich auf meine Zigarre anspricht und mir erzählt, dass er sich auf die Prüfung zum Habanos Sommelier vorbereitet. Ein witziger Typ, mit dem ich mich lange über Habanos unterhalte.

Am 3.5. besuchen wir nach dem Frühstück das Tabakmuseum. Der Eintritt ist zwar frei, aber eine Dame bietet uns für 5 CUC eine englischsprachige Führung an inkl. Fotografiererlaubnis ;-). Sie erläutert alles brav, aber der Erkenntnisgewinn ist unerheblich. Das Museum ist sehr klein und die Ausstellungsstücke sind sehr überschaubar. Es gleicht eher einer privaten Sammlung. Ich frage unsere Führerin, ob Sie einen der Antiquitätenhändler kennt, die die antiken Humidore und Jars wärend der Messe beim Habanosfestival verkaufen. Sie behauptet, einen zu kennen. Der habe aber derzeit weder einen festen Laden, noch ein Telefon, aber sie will ihn noch am gleichen Tag kontaktieren und mich anrufen. Ich nenne ihr Namen und Hotel, höre aber nichts mehr von ihr.

Anschließend gehen wir in die Antiguos Almacenes San José am Hafen. In einer großen Markthalle werden hauptsächlich Gemälde, aber auch Souvenirs und Humidore verkauft. Martina kauft ein Gemälde für eine Kollegin, die einige Wochen zuvor in Habana war und dort ein Bild gesehen aber dann doch nicht gekauft hatte. Zuhause kam der Sinneswandel. Also beschrieb sie Martina den Stand und das Bild dermaßen genau, dass wir es ohne Zögern kauften. Unglaublich bei sicherlich 100 Ständen und unzähligen Gemälden. Aber die Beschreibung war dermaßen präzise, dass ein Irrtum ausgeschlossen war. Die angebotenen Humidore waren alle uninteressant und meist kitschig. Bei einem Antiquitätenhändler fand ich einen alten Upmann-Humidor (ich schätze auf frühe 50er Jahre). Er war relativ klein und sehr schlicht. Die geforderten 200 CUC waren mir zu teuer und der Händler ließ nicht mit sich handeln.

Für den Abend hatten wir einen Tisch im La Guarida bestellt. Wir gingen zu Fuß zum Restaurant. Der Anblick des Hauses erinnerte mich irgendwie an eine Raumstation auf dem Mond. Rings herum normales cubanisches Leben und Wohnen abseits der Touristenströme und vor dem Haus parkende Reisebusse, Taxis, Fahrradtaxis und ein Pulk von Fahrern, die sich auf einen stürzen um zu fragen, ob man ein Taxi benötigt. Außerdem reichlich Touristen. Auf dem Weg dorthin sind wir kein einziges mal angesprochen worden. Der reservierte 2er-Tisch befand sich in einem Erker. Die Luft war stickig und der Raum rappelvoll mit Touristen, die sich gegenseitig Ihre Cuba-Erlebnisse erzählten. Zur Klarstellung: Ich gehöre nicht zu den Leuten die meinen, der einzige Tourist auf der Welt sein zu dürfen. Aber das war selbst mir etwas zu viel. Da sich Martina an dem Abend ohnehin nicht sehr gut fühlte, sind wir dann ohne zu essen wieder gegangen. Es wird zwei Touristen ohne Reservierung gefreut haben.

Am 4.5. ist Casa del Habano Tag. Wir fahren mit J. sämtliche Casas del Habano außerhalb der Stadtmitte ab. Insgesamt gibt es 9 Casas in Habana. Nach wie vor am besten sortiert ist die Casa in Miramar. Die Ausbeute ist bescheiden, da es nirgendwo etwas außergewöhnliches gibt. So kaufe ich nur ein 50er Cabinet Punch Punch und eine Kiste Partagas 8-9-8.

Mittags essen wir im El Aljibe. An das Restaurant ist ein gut sortierter Zigarrenladen angeschlossen.

Abends essen wir im El Templete, einem guten Fischrestaurant in der Nähe unseres Hotels.

Nachmittags erinnerte ich mich an den Humidorbauer, welcher die Humidore anfertigt, die auf dem Festival versteigert werden. Auch die Sonderhumidore aus der Replica Antigua-Serie werden in der Werkstatt gebaut. Also schicke ich eine SMS an Nino mit der Bitte zu fragen, ob J. uns am nächsten Tag dorthin fahren kann (J. spricht ausschließlich Spanisch). Nach kurzer Zeit kommt die Vollzugsmeldung.

Daher fahren wir am 5.5. morgens zu Humidores Habana. Da unser Besuch von Nino angekündigt wurde, werden wir vom Manager Alex empfangen, der uns verschiedene fertige Modelle zeigt. Derzeit werden die kommenden Replica Antigua Humidore gefertigt. Sie werden jeweils 50 Upmann Supremas No. 2 enthalten. Gemessen an den Abmessungen des Humidors wird es sich wieder mal um dicke Dinger handeln. Ich erfahre, dass die Auflage von 350 auf 450 erhöht wurde.

Anschließend fahren wir an einen Strand östlich von Habana. Abends essen wir im La Terraza. Es hat mit Abstand das schlechteste Preis-Leistungs-Verhältnis aller von uns in Habana besuchten Restaurants. Nicht empfehlenswert.

Am 6.5. fahren wir nach Vinales. Wir wohnen im Los Jazmines und haben eine „Junior Suite“. Diese Zimmer befinden sich in kleinen Bungalows am Hang mit kleiner privater Terrasse und Blick auf das Tal. Traumhaft und auch preislich sehr empfehlenswert. Die Bungalows sind unwesentlich teurer als die normalen Zimmer. Hier bleiben wir für 3 Übernachtungen zum Ausspannen. Ruhe pur.

Am 7.5. machen wir eine kleine Wanderung durch das Tal und kommen bei verschiedenen Vegueros vorbei. Der erste heißt Leonardo, spricht gut deutsch und hat 2 Jahre in Leipzig gelebt. Er zeigt uns sein Trockenhaus und erläutert seine Arbeit. Ich kaufe ihm ein Bündel mit 16 Selbstgedrehten ab. Sind nicht übel. Deutlich besser als Guantanamera, Piedra und Co.

Am 8.5. nehmen wir uns einen örtlichen Fahrer und fahren mit einem Chevrolet Bj. 1950 zu Hector Luis und anschließend zu Robaina. Bei Hector Luis werden wir von einem Guide begrüßt, der sehr gut englisch und auch französisch spricht. Er erzählt uns, dass Hector Luis im Krankenhaus ist, da er vor einigen Tagen vom Pferd gefallen ist. Der Guide zeigt uns die Farm und glänzt mit wirklich hervorragendem Fachwissen. Da wir auch hier von Nino angemeldet wurden, wird uns wieder eine Vorzugsbehandlung zuteil. Ich bekomme einen Monsterstumpen mit 60er Rindmaß. Sehr gut! Wir werden freundlich bewirtet, aber zum Mittagessen ist es uns noch zu früh. Ich kaufe einige Zigarren und dann fahren wir zu Robaina. Freundlicher Empfang aber kein Vergleich zu Hector Luis. Alles ist deutlich touristischer.
Bei Robaina kaufe ich nichts.

Am 9.5. fahren wir an den Playa Arroyo Bermejo in die Hotelanlage Memories Jibacoa. Zum ersten mal in unserem Leben „All inclusive“. Es ist eine schöne 4-Sterne-Anlage und es sind keine Kampftrinker unter den Gästen. Hier gibt es zum Abschluss 4 Tage Erholung am Strand. Die Anlage ist zu empfehlen. Einziges Manko: Es darf nicht überall geraucht werden. Gegenüber dem echten cubanischen Leben sind die Rauchmöglichkeiten in dieser Touristenenklave deutlich eingeschränkt aber ausreichend vorhanden.

Zum Schluss geht unser herzlicher Dank an Nino für seine Tipps und seine Dienste als „Türöffner“. Dadurch haben wir einiges gesehen, was uns sonst verwehrt geblieben wäre. Außerdem gilt mein Dank Martina, die geduldig mein umfangreiches Zigarrenprogramm über sich ergehen ließ.